Ziele erreichen

So gelingt es den Profis

Die guten Vorsätze sind gefasst, jetzt gilt es, sie umzusetzen und dabei durchzuhalten. Wir haben Wiesbadenerinnen und Wiesbadener, deren Alltag es ist, sich und andere zu motivieren, nach ihren Erfahrungen und  Strategien gefragt.

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Tanja Großer spielt in der Position "Annahme Außen" beim Volleyball-Erstligisten VC Wiesbaden
Foto: Detlef Gottwald

Mehr  Bewegung

„Um mich beim Training zu motivieren, hilft mir gute Musik. Manchmal gibt es Tage, an denen man den inneren Schweinehund überwinden muss, da helfen nur Willenskraft und daran zu denken, dass Sport und Bewegung im Allgemeinen gar nicht so schlimm sind, wie man vielleicht erwartet hat und sogar Spaß machen! Mir hilft es, eher streng zu mir zu sein, weil ich nur so meine Ziele erreiche. Aber man sollte nicht vergessen, auf seinen Körper zu hören und sich auch zu belohnen, zum Beispiel mit freien Tagen. Die  braucht der Körper ohnehin, um sich zu regenerieren. Mein Tipp ist, nicht gleich von null auf 100 zu starten, sondern in kleinen Schritten anzufangen, aber dabei seine Ziele stets im Blick zu behalten. So kann sich der Kreislauf optimal an die Belastung gewöhnen. Wichtig ist auch gutes Aufwärmen, das A&O im Sport, um sich keine Verletzungen zuzuziehen.“
 
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Gesünder essen

„ch rate: kleine Schritte, langer Atem! Stellen Sie nicht alles auf einmal um, lassen Sie eher nur einen „Dickmacher“ weg und machen Sie sich einen drei Monatsplan. Um herauszufinden, wo die Kalorien herkommen, können Sie eine Woche lang aufschreiben, was Sie gegessen und getrunken haben. Dabei geht es darum, sich bewußt zu machen, wieviel man unbewußt isst oder trinkt. Quälend Sie sich nicht mir strengen Diäten und täglichem Wiegen, einmal pro Woche genügt! Bereiten Sie Mahlzeiten selbst zu, das macht Spaß und man weiß, was drin ist. Es schadet auch nicht, mal eine Mahlzeit ausfallen zu lassen.
Die meisten von uns können unter einer Vielzahl von Nahrungsmitteln auswählen, nutzen Sie diesen Luxus, probieren Sie die Vielfalt an Gemüse, Obst, fettarmem Käse, Fleisch, Fisch, Joghurt, Körnern, Kräutern aus. Essen soll Genuss und Freude bereiten. Nicht die Quantität, sondern die Qualität zählt!  Beratung und Unterstützung finden Sie sicher bei Ihrem Hausarzt, bei Ernährungsberatern, auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung www.dge.de und auf mymedaQ.de."
 
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Dr. med. Alexandra Franke
ist unter anderem stellvertretende Chefärztin der Gastroenterologie und Leiterin des HPC (Helios Prevention Center) an der DKD Helios Klinik Wiesbaden
Foto: DKD Helios Klinik Wiesbaden

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Die Schauspielerin und Regisseurin Sophie Pompe ist Ensemblemitglied und künstlerische Leiterin des Jungen Staatstheaters Wiesbaden JUST
Foto: DeDaProductios

Ängste überwinden und Neues wagen

„Wenn ich vor einem Auftritt nicht wenigstens ein bisschen aufgeregt bin, werde ich nervös. Lampenfieber gehört dazu! Es gibt einen Adrenalinschub, der meine Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit auch an müden Tagen hoch hält. Allerdings wissen mein Körper und mein Gehirn ja auch recht gut, was sie zu tun haben. Denn Vorstellungen sind zwar einmalig, jede ist wieder neu, aber auch lange eingeübt, also eine gewisse Routine, auf der man dann mit der richtigen Portion Aufregung dahinsegeln kann. Um zu große Anspannung abzubauen, greife ich auf in der Schauspielschule erlernte Aufwärmtechniken zurück, auf Atemübungen und Stimmtraining. Das führte mitunter zu recht absurden Situationen: Vor meiner Führerscheinprüfung blubberte ich unbewusst mit den Lippen, wie vor einem Auftritt. Zum Glück hat mich der Prüfer nicht gesehen und gehört, wie ich mit Kleinkindautogeräuschen um das Fahrzeug tigerte. Geholfen hat es irgendwie, denn am Ende hieß es, ich habe einen souveränen Eindruck gemacht."




 
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Menschen helfen und Gutes tun

"Manchmal bin ich überrascht, wie einfach es ist, im Alltag Gutes zu tun. Dafür genügt es oft schon, meine Umgebung mit wachen Sinnen wahrzunehmen. Ein freundlicher Blick für meinen offensichtlich gestressten Busnachbarn, ein offenes Ohr für eine Frau, die in unserer Einrichtung Hilfe sucht, eine Spende für Menschen, die besonders unter dem Lockdown leiden.
Das alles gelingt mir am besten, wenn ich auch mich selbst im Blick habe und auf mich achte. Mich nicht überfordere, Leib und Seele etwas Gutes tue und mir täglich eine kleine Auszeit nehme, gerne auch in der Natur.  ,Seid barmherzig', so heißt es in der biblischen Jahreslosung, nicht nur barmherzig mit anderen, sondern auch mit Euch selbst!"


 
Annette Majewski, Stadtkirchenpfarrerin für das Begegnungszentrum Kirchen Fenster Schwalbe 6 und die Marktkirche

Annette Majewski ist Pfarrerin für Stadtkirchenarbeit in der Marktkirche und im Begegnungszentrum Kirchenfenster Schwalbe 6
Foto: Axel Sawert

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Horst Keiser ist Erster Vorsitzender der
Nichtraucher Initiative Wiesbaden e.V.

Foto: privat

Aufhören zu rauchen

"Raucherinnen und Raucher sollten sich zunächst über die schlimmen gesundheitlichen Folgen und die sinnlosen finanziellen Ausgaben gut informieren. Von Lungenkrebs und COPD sind beispielsweise zu 90 Prozent Raucherinnen und Raucher betroffen! Bewährt hat sich die Schluss-Punkt-Methode, das heißt, zu einem festgesetzten Datum aufzuhören und Restbestände und Utensilien zu entsorgen. Während der ersten vier bis sechs Wochen treten meistens Entzugserscheinungen auf. In dieser Zeit sollte man auf Alkohol und auf Kontakt mit rauchenden Mitmenschen möglichst verzichten. Viel Wasser oder Tee trinken, sportliche Betätigung, möglichst an der frischen Luft, und Ablenkungen  durch Hobbys können zum Entwöhnungserfolg sehr viel beitragen.
Wem die Schluss-Punkt-Methode zu anstrengend erscheint, kann es mit der Reduziermethode versuchen, für die jedoch ein sehr starker Wille erforderlich ist. So oder so, bei Rückfällen sollte niemand resignieren. Es lohnt sich, es immer wieder zu probieren, denn jeder rauchfreie Tag stärkt die Gesundheit!"

 

Erfolgsstrategie aus dem Management

Viele Coaches empfehlen auch Privatleuten S.M.A.R.T., eine seit Jahrzehnten bewährte Methode, mit der Unternehmen Ziele erreichen. Das Akronym steht für die Kriterien, die ein gesetztes Ziel erfüllen sollte. Also nicht „Ich will abnehmen“, sondern:
 

 S pezifisch sein: „Ich werde auf Nachtisch und Süßes verzichten,
 M essbarkeit beachten: um pro Monat ein Kilo zu verlieren.
 A ktivierend und positiv sein: Ich will leichter werden, um meine Gelenke zu schonen.
 R ealistisch bleiben: Mein Bruder hat auf diese Weise in sechs Monaten fünf Kilo verloren
 T  erminieren: Ich werde die Diät am 1. Februar beginnen und am 1. August beenden.“

Es ist hilfreich, das Ziel in dieser Form ausformuliert aufzuschreiben und die Notiz gut sichtbar zu platzieren. Wir wünschen viel Erfolg!