Aktion Gesundheitssterne

"Welch´ schöne Überraschung!", ...

...so die einstimmige Reaktion auf den Scheck über 200 Euro, mit dem mymedaq Menschen würdigt, die ein wenig Licht in das Leben anderer bringen und selbst Hilfe gut gebrauchen können. Vielen Dank für Ihre eingereichten Vorschläge – und herzlichen Glückwunsch unseren drei Gewinnerinnen!


 

Camilla Wieck - Gewinnerin

Camilla Wieck
Foto: privat

Camilla Wieck
hilft über Hürden des Alltags

Wie ist diese Formulierung auf dem Formular gemeint? Welche Fristen muss ich einhalten? Ist die Klausel im Vertrag rechtens? Unzählige Bürgerinnen und Bürger verdanken Camilla Wieck, dass ihr Mietvertrag wasserdicht ist, dass ihre Anträge korrekt ausgefüllt und rechtzeitig bei den jeweiligen Ämtern eingegangen sind. „Einige fragen mich aber auch nach Alltäglichem, wie Rezepten und Einkaufstipps für eine gesunde Ernährung“, erzählt sie. Sie ist schwerstbehindert und lebt und arbeitet seit 1998 bei der IFB-Stiftung für Inklusion durch Förderung und Betreuung. Inzwischen ist die 1959 gegründete Elterninitiative einer der größten Arbeitgeber im sozialen Bereich in der Region.
Camilla Wieck koordiniert als gelernte Industriekauffrau den Einsatz von rund 350 ehrenamtlichen Mitarbeitern der Stiftung. „Ich lerne durch mein Berufs- und Lebensumfeld immer wieder Menschen kennen, denen ich helfen kann“, sagt sie: junge Erwachsene, die wenig Erfahrung im Umgang mit Ämtern haben, Menschen, für die Deutsch eine Fremdsprache ist – und Menschen mit Behinderungen, die weniger Routine mit Bürokratie und mit einem PC haben als sie selbst. Seit 10 Jahren unterstützt sie außerdem ehrenamtlich das Kinderheim und Kinderhospiz Löwenmut in Südafrika, indem sie Online-Aktionen organisiert.
„Meine Muskelkraft reicht gerade mal aus, um eine Tafel Schokolade zu heben“, sagt Camilla Wieck – genug, um für andere Berge zu versetzen.

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Monika Güssing und Boby
verschenken Streicheleinheiten

„Es gibt doch keine größere Freude, als Menschen eine Freude zu machen und ihnen dabei auch noch den Kontakt zu einem Tier zu ermöglichen“, sagt Monika Güssing. Seit mehr als zwei Jahren besuchen die Zahnmedizische Verwaltungsassistentin im Ruhestand und Boby Seniorentagesstätten, Pflegeeinrichtungen und Grundschulklassen. Boby, ein knapp fünf Jahre alter Mischlingsrüde aus Spanien, hat dazu zwei Prüfungen in einer Hundeschule bestehen müssen: zum Begleit- und zum Besuchshund. Unter anderem hat er gelernt, nicht vor plötzlichen Geräuschen und Bewegungen oder beim Anblick von Rollstühlen und Rolatoren zu erschrecken.
„Ein Besuchshund braucht einen gelassenen Charakter und muss Menschen mögen. Und unser Boby ist ein richtig cooler und sensibler Schmuser“, erzählt Monika Güssing. Wenn sie mit ihm in eine Einrichtung kommt, sitzen die Menschen im Kreis: „Boby geht immer zielstrebig zu der Person, der es an dem Tag am schlechtesten geht.“ Er schmiegt sich an die Beine und genießt es, gestreichelt zu werden. „Besonders berührend sei, wie Demenzkranke durch den Kontakt auftauen. Sie beginnen, aus der Vergangenheit zu erzählen, lachen und sind präsent: „Einen solchen Moment zu erleben, ist ein großes Glück.“
Die ehrenamtlichen, etwa wöchentlichen Besuche und gelegentlichen Fortbildungsabende organisiert der Arbeiter Samariter Bund ASB. Seit rund einem Jahr müssen sie leider ausfallen. Zu einer an leichter Demenz erkrankten Seniorin, die allein lebt, hält Monika Güssing auch im Lockdown Kontakt: „Einmal wöchentlich rufe ich sie an und wir plaudern ein Stündchen, von Hundefreundin zu Hundefreundin.“
Den Scheck für den Gesundheitsstern teilt Monika Güssing übrigens auf: Eine Hälfte bekommt der Besuchshundedienst des ASB, die andere Boby für ein neues Bett und Leckerlies.

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Monika Güssing und Besuchshund Boby
Foto: ASB Westhessen

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Christina Fries
Foto: privat

Christina Fries
ist eine gute Freundin

„Sie haben aber süße Kinder!“, mit diesem Satz begann vor fünf Jahren die Freundschaft zwischen der alleinerziehenden Mutter dreier Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren und der allein lebenden älteren Dame. „Wir haben uns zufällig auf der Straße in unserer gemeinsamen Nachbarschaft getroffen“, erzählt Christina Fries. „Und wir mochten einander direkt und plauderten gleich los." So hat es sich ergeben, dass sich die Frauen seither mindestens einmal pro Woche treffen. Mal kommt die Seniorin, die einen kurzen Spaziergang entfernt wohnt, zu ihr und den Kindern zum Kaffee, mal verbindet Christina Fries ihren Besuch mit einem Einkauf, den sie für sie erledigt. Oder sie nimmt ihr Online-Bestellungen und E-Mail-Korrespondenz ab, begleitet sie zum Arzt, hilft im Garten aus. „Ich mache, was eben anfällt.“
Als zusätzliche Belastung neben Halbtags- und Familienarbeit betrachtet sie das nicht: „Im Gegenteil, es ist ein Geben und ein Nehmen“, sagt Christina Fries: „Sie hilft mir ja auch. Sie hört mir zu, wenn ich mal etwas zu besprechen habe, und für die Kinder, die keine Großmutter in der Nähe wohnen haben, ist sie eine Art Ersatz-Omi, die kleine Geschenke mitbringt und sich mit ihnen beschäftigt. Es ist einfach schön, wenn wir bei einander sind!“